Uli Zwerenz

 

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Welche Verbindung gehen sie ein? Der im Hier und Jetzt agierende Künstler Uli Zwerenz – immer auf der Suche sich aus der Sicherheit des Erreichten auf neue Wege zu begeben – und der Lithostein, schwer und hart mit klaren Grenzen, einer Geschichte, die mit jedem Schliff wieder von Neuem beginnt und keine sichtbaren Spuren des Vergangenen hinterlässt?
Es geschieht bei Zwerenz mit Respekt und Anerkennung des Zeichenträgers – in diesem Fall dem Stein. Dieser bleibt auf subtile Weise im Ergebnis spürbar, bildet ein Gegengewicht zum feinen, verletzlichen Bildträger, dem Papier. Die Faszination für die Flachheit dieser Drucktechnik wird sichtbar. Der Strich, die Farbe sitzen nicht auf dem Papier, sondern werden gewissermaßen eingeprägt.
Die Entstehung einer Arbeit fasst Zwerenz immer als einen ganzheitlichen Prozess auf, weshalb er bei mehrfarbigen Drucken die Steine parallel legt und gleichzeitig bearbeitet. In einer Synthese aus selbst erdachter Systematik – schließlich sollen die Zeichnungen mehrerer Steine im Druck korrespondieren – und Gewährenlassen des Zufalls baut er seine Bildfindungen.
Dabei bietet der Druck gegenüber der originalen spontanen Zeichnung die Qualität der nachträglich frei wählbaren Farbe. Konsequent entscheidet Zwerenz sich hier für Töne, die nicht genau definierbar sind. Diese Zwischenfarben loten die formalen Erfindungen zusätzlich aus.
Nachdem die Drucke erfolgt sind, bleibt das bedruckte Papier. Der Stein wird geschliffen und ist offen für neue Bilder.

Florian Sundheimer

What is the nature of their relationship: the artist Uli Zwerenz—living for the present and always searching for ways to leave behind the security of past achievements and take up new paths—and the lithography stone—heavy and hard, with clear edges and a history that both begins anew every time it is ground down and leaves behind no visible traces of the past?
In the case of Zwerenz, this relationship is one of respect and recognition for the support of his drawing—the stone, in this case. In a subtle way, the stone remains tangible in the work that results; it provides a counterweight to the fine and delicate support of the paper. Zwerenz’s fascination with the flatness of this printing technique becomes apparent. Line and color do not rest on top of the paper; instead they are, so to speak, impressed into it.
Zwerenz always sees the creation of a work in terms of a holistic process, and this is why he always lays his stones out next to one another and works on them simultaneously when printing in more than one color. He constructs his compositions through a synthesis of leaving things to chance and using his own invented system—the drawings from various stones are, after all, meant to correspond to one another.
In contrast to the spontaneous original drawing, printmaking also offers a free, retrospective selection of color: Logically, Zwerenz opts for hues that cannot be precisely defined. These intermediate tones set forth the exploration of his invented forms.
After the prints have been made, the printed paper remains. The stone is ground down and becomes free for a new image.

Florian Sundheimer

 

 

 

 


Uli_dunkelgrün_cmyk_schatten

Uli_flieder_cmyk_schatten

Uli_gelbtürkismagenta_cmyk_schatten

Uli_goldmagenta_cmyk_schatten

Uli_königsblau_cmyk_schatten

Uli_ocker_cmyk_schatten

Uli_petrol_cmyk_schatten

Uli_puder_cmyk_schatten

Uli_pudertürkisgrün_cmyk_schatten

Uli_schwarz_cmyk_schatten

 

 

 

 

 

 

Serie von 11 Einzelarbeiten | o.T. | 2012 | 61,5 x 47 cm |
Lithografien gedruckt auf BFK Rives 210g | Auflage 12 | Preis/Blatt 420 EUR


 

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